Zu Beginn waren es die eSport-Organisationen, im Fachjargon „Clans“ genannt, in denen sich eSport-Begeisterte aus den verschiedensten Titeln zusammenschlossen, um gemeinsam ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Doch von den ersten Clans, die gegen Ende der 1990er Jahre gegründet wurden, besteht lediglich noch eine Hand voll und selbst diese kooperieren mittlerweile vereinzelt mit klassischen Sportvereinen. So wie der ehemalige Clan „Schroet Kommando“ der bereits 1997 gegründet wurde und  noch heute in Form der SK Gaming GmbH & Co. KG existiert. Denn im Bereich der Fußball-Simulation FIFA von EA Sports arbeitet SK Gaming seit dem Jahr 2018 mit dem deutschen Bundesligisten 1. FC Köln zusammen, den die Fifa-Spieler von SK auch im Rahmen der 2019 erstmals ausgespielten Virtuellen Bundesliga Club Championship vertraten, an der 22 der 36 Vereine aus den ersten beiden Bundesligen hierzulande mit ihren Fifa-Spielern vertreten waren. Damit geht SK-Gaming einen ähnlichen Weg wie die bekannte britische eSport-Organisation FNATIC, die bereits seit dem Jahr 2017 mit dem italienischen Spitzenverein AS Rom kooperiert. Doch bevor wir uns dem aktuellen Einfluss der Sportvereine im eSport zuwenden,  schauen wir zunächst einmal zurück auf eine Zeit, in der die Sportvereine den eSport zumeist nur aus der Ferne betrachteten.

Die Vorreiter in Deutschland

Wenn man über Sportvereine spricht die in Deutschland im eSport aktiv sind, dann darf man auf gar keinen Fall die beiden Vorreiter unterschlagen, die zwischen 2015 und 2016 den ersten Schritt machen und sich zur Gründung einer eigenen eSports-Abteilung entschieden.

Dabei war der VfL Wolfsburg am schnellsten und  verpflichtete bereits im Mai 2015 den ersten Fifa-Profi an der Konsole dem im Mai 2016 der FC Schalke 04 folgen sollte. Die Schalker sind dabei seit ihrem Einstieg in den eSport, im Gegensatz zu den Wolfsburgern, neben Fifa auch mit einem Team in dem MOBA-Game League of Legends aktiv und damit bis heute so etwas wie ein Exot unter den Sportvereinen hierzulande.

Denn die Zahl dieser Vereine hat besonders seit dem Jahr 2017 kontinuierlich zugenommen, was auch der Tatsache geschuldet war, dass der Weltfußballverband FIFA in Zusammenarbeit mit EA Sports in diesem Jahr den Fifa eClub World Cup (kurz FeCWC) ins Leben rief. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb bei dem die beteiligten Fifa-Spieler, die allesamt bei einem Verein oder einer eSports Organisation unter Vertrag stehen müssen, schlussendlich den virtuellen Club Weltmeister krönen. Während sich bei den ersten beiden Auflagen dieses Formates mit dem schwedischen Verein Bröndby IF zweimal in Folge derselbe Verein die begehrte Trophäe sichern konnte, gelang dies 2019 mit KING eSports erstmals einer klassischen eSports Organisation, was bei einigen Vereinen allerdings auf Unverständnis stieß.

Nur wenig besser wurde es dann bei der 2019 erstmals ausgespielten eChampions League, dieses Turnier fand im Vorfeld des Champions League Finals zwischen dem FC Liverpool und den Tottenham Hotspur statt und im Gegensatz zu dem FeCWC nahmen hier wirklich nur Spieler teil, die auch wirklich bei einem Fußballverein unter Vertrag stehen. Das sich allerdings schlussendlich ein Spieler des New York City FC zum virtuellen Champions League Sieger krönte, dürfte aufseiten der Fans einmal mehr für Verwunderung gesorgt haben.

Da machen es die Ausrichter der nationalen Fifa-Wettbewerbe, die bereits in einigen europäischen Ländern ausgetragen werden, oftmals schon um einiges besser.

Weitere Sportarten und eSport-Disziplinen in Vereinen

Wie bereits zu Beginn kurz erwähnt, handelt es sich bei dem FC Schalke 04, der neben einigen Fifa-Profis auch in Pro Evolution und sogar in League of Legends auf höchstem Niveau vertreten ist, um so etwas wie einen Exoten hierzulande. Denn ansonsten bleiben die bekannten Vereine bislang zu großen Teilen ihrer jeweiligen Kerndisziplin treu, was jedoch nicht zwangsläufig Fifa heißen muss. So besitzt der FC Bayern München beispielsweise bislang noch keine Fifa-Abteilung und gehörte, wie auch Borussia Dortmund, nicht zu den 22 Mannschaften, welche in der ersten Saison der VBL Club Championship am Start waren, geht dafür allerdings auf dem virtuellen Basketballkorb auf die Jagd nach Punkten.

Und dort gelten die „Bayern Ballers“ hierzulande, wo bislang jedoch bedauerlicherweise noch keine nationale NBA2K-Liga existiert, als das Maß der Dinge. Dagegen ist man in den Vereinigten Staaten bereits einen großen Schritt weiter, denn dort läuft aktuell die zweite Saison der NBA2K League, an der 21 NBA Teams mit einem eigenen Team, welches hier aus 5 Spielern besteht, vertreten sind. Und mit dem Team der Charlotte Hornets steht ein weiterer Zugang für das Jahr 2020 zudem bereits fest. Doch zuvor geht es in der laufenden Saison erst einmal darum herauszufinden, welches Team zum Nachfolger der New York Knicks wird, die in der ersten ausgespielten Saison die Meisterschaft für sich entscheiden konnten. Dies könnte allerdings auch den Reisestrapazen der anderen Teams geschuldet sein, welche jedes Wochenende nach New York fliegen müssen, um dort die Spiele des jeweiligen Spieltags zu bestreiten. Denn in New York befindet sich das Hauptquartier der Liga, aus dem die Begegnungen per Livestream ins Internet übertragen und aufgezeichnet werden.

Um derartige Probleme, wie unausgewogene Reisestrapazen, auf Dauer zu verhindern, schickt sich mit der Overwatch League (kurz OWL) gerade eine Liga, in der ein eher klassischer eSport-Titel gespielt wird, an, für gerechtere Verhältnisse zu sorgen. Doch bei der OWL, einer Liga die von Blizzard Entertainment, dem Entwicklerstudio hinter World of Warcraft und Starcraft, ausgerichtet wird, ist ohnehin alles ein wenig größer. So handelt es sich bei den Franchises der OWL, die in 2 Divisionen aufgeteilt sind, großteils um die Teams bekannte eSport-Organisationen, wie Cloud9, OpTic Gaming oder Team Envy, welche unter andrem Namen an der OWL teilnehmen. Dabei verpflichten sich diese, neben der Entrichtung einer Teilnahmegebühr von 20 Millionen US-Dollar, auch dazu ihren Spielern ein minimales Grundgehalt in Höhe von 50 000 Dollar im Jahr zu zahlen. Und zudem gehört auch die Schaffung einer eigenen eSport Arena zu den Voraussetzungen, um sich für einen Platz in der OWL bewerben zu können.  So möchte Blizzard in Zukunft Heim- und Auswärtsspiele in der OWL ermöglichen und so für mehr Chancengleichheit unter den beteiligten Teams sorgen. Ein Modell, über welches vielleicht auch die Ausrichter der NBA2K-League in Zukunft einmal nachdenken könnten.

Doch die Sportvereine hat, von einigen Ausnahmen, wie dem FC Schalke 04 in League of Legends oder dem FC Kopenhagen und dem FC Santos, die in dem Taktik-Shooter Counter-Strike aktiv sind, einmal abgesehen, der Hype um die klassischen Disziplinen bislang noch nicht erreicht. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass sich mit Paris St. Germain im Jahr 2017 ein äußerst namhafter Verein sein Engagement in League of Legends wieder beendete. Doch dafür ist der französische Spitzenverein, neben FIFA, zudem auch in Rocket League und dem MOBA-Game DotA 2 erfolgreich aktiv, wo man bei der achten Auflage des „The International“ im Jahr 2018 den zweiten Platz belegen konnte.

Fazit

Geht es nach dem Deutschen Fußball Bund, dann ist zumindest der eFootball auf dem Weg zu einer anerkannten Sportart und darin mag auch ein Stückchen Wahrheit liegen, denn schaut man sich einmal an wie viele Vereine in Deutschland, Europa und selbst in Nordamerika bereits eigene Fifa-Profis unter Vertrag haben, dann stellt man fest, dass darunter lediglich einige wenige bekannte Namen fehlen.

So zum Beispiel auch der FC Bayern München oder Borussia Dortmund, die sich beide bislang noch nicht zu einem Engagement in der Sportsimulation durchringen konnten. Und das, obwohl der FC Bayern mit seinen „Bayern Ballers“ bereits über ein virtuelles Basketball-Team verfügt, wenngleich in Deutschland bislang noch nicht einmal einen geregelter Ligabetrieb existiert oder eine nationale Meisterschaft für NBA2K-Teams ausgespielt wird. Doch immerhin sind auch in dieser Disziplin bereits einige Mannschaften auch im eSport aktiv, was man sich auch in League of Legends erwartet hätte.

Allerdings lässt das Interesse von Sportvereinen an klassischen eSport-Titeln, wie MOBA- oder Shooter-Games, bislang noch eher zu wünschen übrig und so ist der FC Schalke sogar der einzige europäische Verein überhaupt, welcher in der höchsten europäischen League of Legends Liga an den Start geht. Ähnlich sieht es auch in dem MOBA-Game DotA 2 aus, wo mit Paris St. Germain ebenfalls nur ein großer Verein aktiv ist. Und bei dem Taktik-Shooter Counter Strike scheint es fast so, dass sich ausschließlich Vereine aus Skandinavien oder Südamerika, wo das Spiel überaus beliebt ist, dazu trauen, eine eigene Abteilung ins Leben zu rufen. In Deutschland hat dies zumindest bislang noch kein Verein gewagt.

Doch die Welt dreht sich immer weiter und so dürften kooperationen, wie die Zwischen SK Gaming und dem 1. FC Köln, in Zukunft mit der Zeit mit Sicherheit ein großes Stück weit dazu beitragen, um das Verständnis für den eSport innerhalb der Vereine, vor allem auch im Hinblick auf andere Disziplinen, immer weiter zu steigern. Hiervon würden schlussendlich mit Sicherheit nämlich beide Seiten auf Ihre Weise profitieren und dem eSport im Allgemeinen zu einer noch höheren Bedeutung innerhalb der Gesellschaft zu verhelfen.  Dabei ist es allerdings keinesfalls hilfreich zu versuchen den eFootball von dem eSport abzugrenzen, so wie es der Deutsche Fußball Bund in der Vergangenheit getan hat.

Denn schließlich handelt es sich bei sämtlichen Disziplinen, in den die Vereine, Organisationen und Clans aktiv sind, um Videospiele und somit, wenn diese Wettkampfmäßig gespielt werden, um eSport!

Der eSport hat ganz besonders in den vergangenen Jahren ein großen Sprung nach vorn gemacht und dabei auch einige frühere Kritiker verstummen lassen. Denn während in Deutschland noch im Jahr 2002 hitzig über eine Indizierung des Taktik-Shooters Counter-Strike diskutiert wurde, übertrug der private TV-Sender Pro 7 am 19. November 2017, mit dem Finale der Intel Extreme Masters aus Oakland/USA, erstmals eine Begegnung in dem beliebten Taktik-Shooter live im Fernsehen. Und das an einem Sonntagabend, im Anschluss an das große Spielfilm-Highlight, um 23:15 Uhr, was einer Premiere in der deutschen TV-Landschaft gleichkam. Allerdings ist eSport im TV mittlerweile längst keine Randerscheinung mehr, sondern immer öfter können sich Fans und interessierte mithilfe des klassischen Fernsehprogramms über den eSport und die dortigen Entwicklungen informieren. Dabei reicht das Angebot zwar bislang nicht annähernd an das auf den verfügbaren Video- oder Streaming-Plattformen im Internet, wie twitch und YouTube, heran, dennoch haben so auch Menschen, die vielleicht bislang nur über eine schlechte Internetverbindung verfügen oder sich einfach nur mal grundsätzlich über den eSport informieren möchten, zumindest ebenfalls eine Möglichkeit, sich über die Entwicklungen im eSport zu informieren. Außerdem können durch die Übertragungen von Events oder die Ausstrahlung von Highlight-Magazinen zudem auch neue Fans gewonnen werden, die sich im Anschluss daran oftmals selbst im eSport versuchen oder sich zumindest regelmäßig die dortigen Begegnungen und Events im Fernsehen anschauen. Und davon gibt es mittlerweile schon eine ganze Reihe, welche man sich im frei empfangbaren Fernsehen anschauen kann und über die wir Dir in der Folge einen kleinen Überblick geben möchten.

eSport Highlights im TV

Wurden bislang lediglich einige Menschen durch die vereinzelte Ausstrahlung von eSport-Dokumentationen auf den elektronischen Sport aufmerksam, dürften hierfür in Zukunft auch immer öfter die ausgestrahlten Highlight-Sendungen im TV verantwortlich sein, von denen hierzulande mittlerweile zwei existieren.

ran eSports -professional. gaming. magazine

Den Anfang in Sachen eSport-Highlight Magazin machte im August 2017 der Spartensender ProSieben Maxx mit der Ausstrahlung des Professional Gaming Magazins ran eSport. Denn dort bekommen Fans und interessierte jede Woche einen kompakten Überblick, über die aktuellsten Entwicklungen in den beliebtesten eSports-Disziplinen, wie Counter-Strike, League of Legends, Dota2 , Fifa und anderen Spielen. Dabei gehen die Moderatoren sowohl auf die kürzlich zurückliegenden Turniere in den beliebtesten eSports-Titeln ein, als auch auf viele Entwicklungen aus dem Bereich des eSports ein, welche die Spieler aktuell beschäftigen.

Und hin und wieder widmet man sich auch einigen Spielen, über die im eSport ansonsten eher wenig berichtet wird und versucht diese den Zuschauern ebenfalls näher zu bringen.

Ausstrahlungstermin: Wöchentlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ab 23:55 Uhr

Online unter https://www.ran.de/esports/video erreichbar

ARD eSportschau

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, ehe andere Fernsehsender auf den Erfolg von ran eSport und die immer weiter wachsende Beliebtheit des eSport im Allgemeinen aufmerksam werden würden. Doch dass es dann ausgerechnet die ARD sein würde überraschte dann schon ein wenig. Zunächst als eine Sondersendung zur Gamescom im August 2018 ins Leben gerufen, scheint die ARD diese Show nun weiter aufwerten und vielleicht auf Dauer sogar regelmäßig ausstrahlen zu wollen. So wurde in diesem Jahr Ende Mai und Anfang Juli jeweils eine Episode der eSportschau ausgestrahlt, was darauf schließen lassen könnte, dass die ARD zunächst mit einer Übertragung pro Monat plant. Sobald es hierzu weitere Einzelheiten zu vermelden gibt, werden wir Euch darüber selbstverständlich an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

Ausstrahlungstermin: Bislang nur unregelmäßig

Online unter https://www.sportschau.de/weitere/esport/index.html  erreichbar

Live-Begegnungen und Events im TV

Schon bevor ProSieben Maxx im August 2017 damit begann das Gaming-Magazin ran eSports auszustrahlen, hatte es bereits vereinzelt Übertragungen von eSport Events im TV gegeben. Dabei nahm besonders der Sportsender Sport1 eine Vorreiterrolle ein, der sich im Jahre 2017 erstmals die Rechte an der Übertragung des Einzelfinales der Virtuellen Bundesliga in der Fußball-Simulation Fifa 17 gesichert hatte, welches im Jahr 2016 erstmals von dem Pay-TV Sender Sky ausgestrahlt wurde. Doch außerhalb des Pay-TV war es eben der Sender Sport1, welcher hierzulande den eSports erstmals ins Fernsehen brachte.

Das Einzelfinale der Virtuellen Bundesliga im TV

Seitdem der Pay-TV Sender Sky im Jahr 2016 erstmals das Einzelfinale der Virtuellen Bundesliga in der Fußball Simulation Fifa übertrug, ist dieses Event fest im jährlichen TV-Kalender jedes eSports-Fans notiert. Denn hier geht es schließlich darum, welcher Fifa-Spieler sich am Ende als offizieller Deutscher Meister feiern lassen kann.

Allerdings unterstrich ProSieben Maxx in diesem Jahr die eigenen Ambitionen, in Zukunft einer der relevantesten eSport Sender in Deutschland zu werden, und schnappte sich die Rechte an der Übertragung des Einzelfinales der Virtuellen Bundesliga von Sport1. Dieses wurde daher im Juni diesen Jahres erstmals auf ProSieben Maxx übertragen, wo dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Jahren zu sehen sein wird.

Außerdem hat sich ProSieben Maxx, wo der eSport unter der Marke ran eSports ausgestrahlt wird, auch die Rechte für die Übertragung eines weiteren offiziellen Wettbewerbs gesichert, welcher seit 2019 ebenfalls in Fifa ausgetragen wird.

Die Virtuelle Bundesliga Club Championship im TV

Mit der Virtuellen Bundesliga Club Championship existiert seit dem Jahr 2019 erstmals eine Liga in der Fußball-Simulation Fifa, an der sich die 36 Mannschaften der 1. und 2. Fußball-Bundesliga mit einem eigenen Team aus Spielern beteiligen können. Dies taten in der ersten Saison der VBL Club Championship, die zwischen dem 16.01. und dem 13.03.2019 ausgespielt wurde, dann auch gleich 22 der 36 Profi-Vereine, deren Teams sich bis zum Ende einen erbitterten Kampf um die Deutsche Meisterschaft lieferten.

Dabei hatten am Ende die Spieler des SV Werder Bremen die Nase vorn und konnten sich von den Fans der grün-weißen als erster Deutscher Fifa Club Champion feiern lassen.

Die zweite Saison der VBL Club Championship, die dann in Fifa20 ausgetragen wird, dürfte aller Voraussicht nach, wie auch die Premieren-Saison, im Januar des kommenden Jahres starten und wie auch dieses Jahr wird auch dann wieder eine Begegnung pro Woche, zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr, auf ProSieben Maxx zu sehen sein.

Die Events der EA Sports FIFA Global Series und das Finalevent des Fifa eWorld Cup

Vor allem die Fans der Fußball-Simulation Fifa kamen in den vergangen Jahren nicht zu kurz, wenn es um Live-Übertragungen ging, die im Fernsehen ausgestrahlt werden. Denn hierzu gehörten und gehören auch die wichtigsten Events, die im Rahmen der EA Sports FIFA Global Series ausgetragen werden, sowie zudem in jedem Jahr auch die Finals des Fifa eClub World Cup und des Fifa eWorld Cup.

In diesem Jahr kam dann zudem erstmals auch der neue eNations Cup für Nationalmannschaften dazu, der aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren fest mit in den Kalender eines jeden Fifa-Jahres gehören dürfte.

Doch in dieser Saison mussten sich die Fans der Fußball-Simulation von EA Sports ein wenig umgewöhnen, da Sport1 die Übertragungen der wichtigsten Turniere auf den eigenen Pay-TV Sender ausgelagert hat und ProSieben Maxx nur einige ausgewählte Turniere überträgt. Immerhin läuft der Großteil dieser Turniere zudem auch auf dem YouTube- und dem twitch-Kanal von EA Sports, sodass die Fans nicht zwingend ein Abonnement abschließen müssen, um in den Genuss dieser Turniere zu kommen.

Counter-Strike, League of Legends und Dota2 Events live im TV

Zwar zeigte ProSieben im November 2017 erstmals eine Begegnung in dem Taktik-Shooter Counter-Strike live und in voller Länge und zuvor hatte sich bereits Sport1 an der Übertragung des Finals der League of Legends WM versucht, doch zu mehr als diesen vereinzelten Ausstrahlungen hat es, bislang zumindest, noch nicht gereicht. Dafür ist der eSport, in seiner vollen Pracht, im Pay-TV immer häufiger zu finden und dort läuft auch noch einiges mehr als nur Fifa, von dem man im Fernsehen ansonsten nur über das Gaming-Magazin ran eSports oder mithilfe des Internet etwas mitbekommt.

eSports im Pay-TV

Im Prinzip war es 2016 der Pay-TV Sender Sky, für den die Übertragung des Einzelfinals der Virtuellen Bundesliga 2016 allerdings nur eine einmalige Angelegenheit blieb. Und so kommt der eSport im Pay-TV hierzulande auch erst so langsam in Fahrt, dafür aber immer mehr.

eSport auf Ginx eSports TV

Gestartet im Jahre 2013, damals noch unter dem Namen Ginx TV, wurde aus dem Sender mit der Zeit Ginx eSport TV. Dabei widmet sich der britische Sender, der in Deutschland unter anderem im Paket von Unitymedia erhältlich ist, vorwiegend den Themen Videospielen und Videospiel Kultur. Doch auch der eSport hat in dem Programm des Senders seinen festen Platz und so gehören Übertragungen großer ESL Events fest mit zu dem 24/7-Programm des Senders dazu. Außerdem bekommen Spieler auf Ginx eSports TV rund um die Uhr Tipps, Tricks und Eindrücke zu aktuellen Spielen aus der Welt des eSport, sowie auch aktuellen Singleplayer-Spielen, vermittelt.

Jedoch lohnt sich der Sender ausschließlich für solche Personen, die der englischen Sprache mächtig sind, da sämtliche Programminhalte auf Ginx eSports TV in dieser Sprache ausgestrahlt werden.

eSport auf eSport1

Ende 2018 machte erstmals das Gerücht die Runde, dass der TV-Sender Sport1 einen eigenen eSports planen würde. Doch das dieser bereits am 24.01.2019 an den Start gehen würde, das hätten wohl nur die wenigsten zu glauben gewagt. Heute ist der erste deutschsprachige 24/7-eSports-Sender allerdings bereits Realität, sodass die Fans des eSport hierzulande nicht mehr länger auf die Alternativen aus anderen Ländern zurückgreifen müssen.

So versorgt der eSport 1 genannte Sender die deutschen eSports Fans seitdem mit etlichen Stunden an Live-Übertragungen, unter anderem in den Spielen Fifa, Counter-Strike, League of Legends, Dota2 oder Overwatch, welche zu den bedeutendsten im eSport gehören. Doch auch von anderen Spielen wird auf dem Sender berichtet und selbstverständlich darf auch eine Highlight-Show nicht fehlen, die wöchentlich auf eSport1 ausgestrahlt wird und in der sämtliche Entwicklungen aufgearbeitet und analysiert werden. Fast wie auf einem echten Sportsender eben, mit der Ausnahme, dass sich hier alles um den eSport dreht.

eSport auf DAZN

Bereits seit der Veröffentlichung des Sport-Streaming-Dienstes DAZN, im August 2016, macht dieser dem Pay-TV Platzhirsch Sky in Sachen Sportrechte gehörig Konkurrenz.

So gelang dem Streaming-Anbieter, welcher von der britischen Perform-Group betrieben wird, im Jahr 2016 mit dem Erwerb der Übertragungsrechte an den Spielen aus der englischen Premier League hierzulande, ein unerwarteter Erfolg. Auch wenn diese Rechte Liga ab der kommenden Saison wieder zu dem Pay-TV Konkurrenten Sky wechseln, so bietet DAZN seinen Abonnenten, zum Preis von gerade einmal 9,99 Euro im Monat, dennoch weiterhin ein unschlagbares Angebot.

Denn unter anderem zeigt der Streaming-Anbieter in der kommenden Saison hierzulande nicht nur einen großen Teil der Begegnungen aus der UEFA Champions League, sondern zudem auch sämtliche Spiele aus der UEFA Europa League, sowie den nationalen Ligen aus Italien, Spanien, Japan, China oder auch den USA. Bei dem Streaming-Dienst kommen jedoch keineswegs nur Fußball-Fans auf Ihre Kosten, sondern zudem auch die Fans von Motorsport, MMA, Basketball, Eishockey, Football, Tennis, Baseball, Boxen und seit neuestem auch die Anhänger des eSport.

Zunächst versuchte sich DAZN erstmals mit der UEFA eChampions League, welche im Rahmen des Finals der UEFA Champions League stattfand, an der Übertragung eines eSports Events. Bereits kurze Zeit später legte DAZN dann auch schon nach und übertrug das Viertelfinale, das Halbfinale und auch das Finale der ESL One Cologne in Counter-Strike: Global Offensive.

Und da der Streaming-Anbieter in der Vergangenheit bereits in anderen Sportarten bewiesen hat, dass man durchaus dazu in der Lage ist das eigene Angebot, in Folge eines großen Fan-Interesses, deutlich zu erweitern, darf man sehr gespannt darauf sein, was die Zukunft in Sachen eSport auf DAZN noch so mit sich bringen wird.

Fazit zur eSports-Situation im deutschen Fernsehen

Der eSport ist, so scheint es zumindest, im deutschen Fernsehen angekommen und dort auch immer öfter zu sehen.

Dabei ist es zwar auf der einen Seite schade, dass die anfänglichen Bemühungen von ProSieben oder Sport1, den Fernsehzuschauern Spiele wie Counter-Strike oder League of Legends näher zu bringen, bislang weniger erfolgreich waren, doch vielleicht ist die Zeit hierfür einfach noch nicht reif.

Auf der anderen Seite strahlt jedoch ProSieben Maxx bereits seit August 2017, scheinbar recht erfolgreich, das Professional Gaming-Magazin ran eSports aus und mit der eSportschau der ARD scheint ein weiteres, sehr ähnliches Format, bereits in den Startlöchern zu stehen, welches durchaus das Potenzial besitzt, um noch mehr Zuschauern das Thema eSport näher zu bringen.

Ein weiterer großer Schritt war zudem auch die Übertragung der Spieltage der Virtuellen Bundesliga Club Championship in Fifa19 auf ProSieben Maxx, wo jede Woche ein Spiel zur besten Sendezeit, um 20:15 Uhr live übertragen wurde.

Diese Übertragungen richten sich zwar in Erster Linie an die Anhänger der Fußball-Simulation Fifa, sowie an Fans des echten Fußballs, doch besonders unter diesen gibt es mit Sicherheit noch eine ganze Menge, die von dem eSport zuvor noch nie etwas gehört haben und erst durch die VBL Club Championship oder die eSport-Engagements der teilnehmenden Vereine hierauf aufmerksam geworden sind.

Dagegen sieht es für die Fans anderer Spiele, mit Ausnahme von ran eSport, im TV bislang eher mager aus, weshalb die einzige Alternative für diese eines der erhältlichen Pay-TV Angebote darstellt, von denen das von eSport1 momentan am vielversprechendsten erscheint, ganz einfach da es sich dabei um den ersten und bislang einzigen 24/7-eSports-Sender hierzulande handelt.

Allerdings sollte man auch den Streaming-Dienst DAZN, der jüngst erst seine ersten beiden eSports Events in Fifa und Counter Strike übertragen hat, ebenfalls auf der Liste haben. Denn der Betreiber des Streaming-Dienstes hat bereits in anderen Sportarten bewiesen zu was man fähig ist, wenn man die Rechte an etwas haben möchte.

So ist der Anfang für den eSport im TV zwar gemacht, doch es wird wohl noch einige Zeit lang dauern, bis die Menschen diesen hierzulande auch im Fernsehen so annehmen, wie das bei den klassischen Sportarten bereits der Fall ist.

Und dann kann es durchaus auch passieren, dass die Übertragung des Finals einer Weltmeisterschaft in League of Legends, wie auch die Finalspiele bei einer Fußball-Weltmeisterschaft, irgendwann nicht mehr aus dem Fernsehen wegzudenken sind.

Was ist FIFA?

Bei der FIFA-Reihe handelt es sich um eine Reihe von Fußballsimulationen, deren Ableger bereits seit 1996 jährlich erscheinen und die von EA Sports (gehört zu Electronic Arts, kurz EA) entwickelt wird. Bereits seit dem Jahre 1999 ist es zudem auch möglich, Online-Spiele gegen menschliche Kontrahenten aus aller Welt, über das Internet, auszutragen. Während die Spieler hierfür zu Beginn in direktem Kontakt miteinander stehen und eine IP-Adresse austauschen mussten, um gegeneinander spielen zu können, ist dies heute deutlich einfacher. Denn heute findet man nahezu zu jeder Uhrzeit einen Gegner für einige Partien in der Fußballsimulation von EA Sports.

Diese hat sich über die Jahre zudem auch in anderer Hinsicht ziemlich gewandelt, traten die Spieler auf dem virtuellen Rasen früher noch mit den bekanntesten Vereins- und Nationalmannschaften gegeneinander an, so hat sich das Geschehen mit der Zeit immer weiter in Richtung des Ultimate-Team Spielmodus verlagert, einem Modus dem wir uns im weiteren Verlauf dieses Textes noch ausführlicher widmen werden.

Doch im ersten Schritt möchten wir uns einmal den Anfängen des FIFA-eSports widmen und verraten wie das kompetitive Fifa-Gaming seinen Anfang genommen hat.

Die Geschichte der FIFA-Reihe und des FIFA eSports

Da es sich bei den Spielen aus der FIFA-Reihe um eine Fußballsimulation handelt, sind die Spiele seit jeher bestens dazu geeignet um kompetitiv gegeneinander gespielt werden zu können. So konnte man mit FIFA International Soccer, welches im Jahre 1993 zunächst exklusiv für Segas Mega Drive veröffentlicht wurde, erstmals seine Freunde auf dem Virtuellen Rasen, an der Sega-Konsole, herausfordern. Es folgten jedoch nur kurze Zeit später auch Umsetzungen des Titels für den PC, das Super Nintendo Entertainment System (kurz SNES) sowie für etliche weitere Systeme.

Im Jahr darauf erschien mit FIFA Soccer 95, welches exklusiv auf dem Mega Drive von Sega veröffentlicht wurde, der erste Titel der Reihe der eine Jahreszahl im Titel trägt. Dessen Nachfolger FIFA Soccer 96 erschien 1995 dann auch erstmals für den PC und feierte zudem auch sein Debut auf der PlayStation Konsole von Sony. Daneben wurde der Titel auch wieder auf dem SNES von Nintendo sowie auch auf weiteren Konsolen veröffentlicht.

Den jährlichen Erscheinungsrhytmus der Spielereihe behielt EA Sports dann auch in der Folge bei und veröffentlichte 1996 mit FIFA 97 den bislang vierten Teil der Reihe. 1997 veröffentlichte man sogar zwei Spiele aus der Reihe von denen FIFA 64, welches exklusiv für die Nintendo 64-Konsole veröffentlicht wurde, allerdings zu einem Flop wurde.

Dafür konnte FIFA 98: Road to World Cup, der neueste Teil der Hauptreihe, einen Großteil der Spieler überzeugen und bot den Spielern, zumindest auf dem PC, zudem auch erstmals die Möglichkeit Online zu spielen. Dies war zu dieser Zeit mithilfe eines Modems möglich, ein Matchmaking wie in der heutigen Zeit gab es damals allerdings noch nicht. Ein weiteres Highlight von FIFA 98 stellte zudem der Hallenmodus dar, der jedoch in FIFA 98 letztmals in einem Spiel der Reihe vertreten war.

Im Jahr darauf erschienen dann erneut zwei Spiele aus der Reihe, von denen es sich bei FIFA WM Frankreich ’98 um einen eigenständigen Ableger zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich handelte. In diesem Titel konnte man mit der Nationalmannschaft seiner Wahl das komplette WM-Turnier nachspielen und sogar gemeinsam mit Freunden eine Weltmeisterschaft bestreiten. All das konnte man in FIFA 99 dann zwar nicht, dafür waren hier neben den wichtigsten Nationalmannschaften auch wieder die Vereinsmannschaften aus vielen Ligen mit an Bord.

Ändern sollte sich an diesem Erfolgsrezept der Fifa-Reihe auch in den kommenden Jahren nicht mehr allzu viel, doch mit dem Erscheinen von FIFA 2000 kam die Reihe erstmals auch Online ins Rollen. So wurden zu dieser Zeit die ersten Ligen, wie die Fifa Modem Liga (kurz FML) gegründet, in der sich die Spieler untereinander messen konnten.

Dieser Entwicklung kam es dabei auch zugute, dass sich DSL Internetzugänge zu dieser Zeit immer weiter verbreiteten und die Spieler sich somit nicht mehr für Minutenpreise ins Internet einwählen mussten, sondern auf die ersten Internet-Flatrates zurückgreifen konnten. Denn hiermit konnte man, im Gegensatz zu einem Modem, deutlich günstiger ins Internet.

Die erste großen FIFA-Turniere

Das erste große FIFA-Event waren im Jahre 2000 dann die World Cyber Games (kurz WCG), die in Südkorea stattfanden. Dieses Event galt bis ins Jahre 2013 als die Olympiade des eSport und hatte für die Spieler der FIFA-Reihe den Stellenwert einer Weltmeisterschaft. Hier wurde Fifa, bis zu der letzten Auflage der WCG im Jahre 2013, im Gegensatz zu den heutigen Turnieren, stets auf dem PC ausgerichtet. Bei der ersten Auflage belegten am Ende drei Lokalmatadoren aus Südkorea die ersten Plätze und Lee Ji-hun krönte sich zum ersten Sieger der World Cyber Games in FIFA 2000.

Dieser wurde im Jahr darauf von seinem Landsmann Kim Doo-hyung beerbt, der die 2001er Auflage der World Cyber Games für sich entscheiden konnte, doch bereits bei der zweiten Auflage dieses Events konnte mit dem Italiener Francesco di Dio ein Europäer den zweiten Platz belegen.

Dieses Resultat war auch ein Nachweis der sich immer weiter professionalisierenden FIFA-Szene in Europa, wo sich zu dieser Zeit eine ganze Reihe neuer Teams bildeten. Und nicht wenige davon hatten ihren Ursprung in Deutschland und hörten auf Namen wie“ eSports United“ (kurz eSu), „pro-Gaming“ (kurz pG) oder „a-Losers“ (kurz aL).

Dennoch standen auch im Jahre 2002 mit den Südkoreanern Hwang Sang-woo und Kim Doo-hyung erneut zwei Südkoreaner ganz oben bei den World Cyber Games in Daejeon. Doch mit Stefan Berndt schaffte es erstmals auch ein deutscher unter die ersten Drei und dieser konnte zudem im erstmals ausgerichteten 2on2-Wettbewerb den Ersten Platz belegen und sicherte Deutschland somit die erste Deutsche Goldmedaille bei den World Cyber Games bis dahin.

Die Fifa Twins Dennis und Daniel Schellhase

Zu dieser Zeit nahm besonders in Deutschland die nationale Fifa-Szene immer mehr an Fahrt auf und so entschied sich die Electronic Sports League (ESL) im Jahr 2003 dazu, Fifa2003 unter die Spiele aufzunehmen, die in der ESL Pro Series gespielt wurden. Dabei handelte es sich genau genommen um den Vorgänger der heutigen ESL Meisterschaft, wo Fifa zu Beginn lediglich im Team, mit 5 gegen 5, gespielt wurde. Dabei wurde zu Beginn einer Begegnung ausgelost, welche Spieler im direkten Duell aufeinandertreffen und zwei Partien gegeneinander bestreiten, in denen es darum ging, Punkte für das eigene Team zu holen.

Dabei machten bereits in der ersten Saison zwei Spieler auf sich aufmerksam, die für das Team der a-Losers (kurz aL) an den Start gingen. Die beiden Zwillingsbrüder Daniel und Dennis Schellhase, die sich in der Folge als die „Fifa-Twins“ einen Namen machen konnten und unter anderem in diversen Fernsehshows zu Gast waren.

Diese wechselten zur Mitte des Jahres 2003 zu der damals in Fifa führenden Organisation pro Gaming (kurz pG) und wurden zudem ein exklusiver Teil des Team Fujitsu Siemens Computers, bevor sie bei den World Cyber Games 2003 ihre erste Sternstunde erlebten. Denn dort konnte sich Dennis im Finale gegen seinen Bruder Daniel die Goldmedaille sichern und zudem gewannen die beiden auch die in diesem Jahr letztmals ausgetragene 2 gegen 2 Variante bei diesem Event.

Und bei den World Cyber Games 2005 in Singapur konnte sich Dennis Schellhase, der unter dem Nicknamen „styla“ antrat, seinen zweiten Titel sichern.

Davon angestachelt tat es ihm sein Bruder gleich und konnte 2006 und 2007 sogar gleich zweimal in Folge den ersten Platz bei den World Cyber Games für sich verbuchen.

Auch in Deutschland dominierten die beiden Fifa Twins, sowohl mit ihren Teams als auch in Einzelturnieren, die Konkurrenz nahezu nach belieben und konnten während ihrer Karriere, 9 deutsche Meisterschaften im Team ( 3 mit pro Gaming und 6 mit SK-Gaming), 4 Europameisterschaften im Team sowie zusammen insgesamt fünf deutsche Einzelmeisterschaften gewinnen. Im Gegensatz zu seinem Bruder gewann Dennis Schellhase zudem auch zweimal die Europameisterschaft im Einzel, dafür landete Daniel Schellhase 2009, bei seiner letzten Teilnahme an den World Cyber Games, hinter seinem deutschen Landsmann Joshua „Kr0ne“ Begehr, nochmals auf dem zweiten Platz bei dem damals wichtigsten internationalen Turnier im Fifa eSport.

Im Jahr 2010 beendeten die beiden Fifa Twins dann allerdings ihre 8 Jahre andauernde Fifa-Karriere, um sich zukünftig voll auf ihre berufliche Zukunft zu konzentrieren. Dennoch musste man sich hierzulande auch nach dem Karriereende dieser beiden Ausnahmespieler zunächst keinerlei Sorgen um den Nachwuchs machen und so konnte sich nach Joshua „Kr0ne“ Begehr im Jahr 2010 mit Kevin „Daimonde“ Santner abermals ein deutscher Fifa-Spieler den Titel bei den World Cyber Games sichern. Im Anschluss daran machte dann Kai „deto“ Wollins, mit seinem Doppelerfolg bei den Auflagen 2011 und 2012 überaus deutlich, wer zu dieser Zeit die erfolgreichste Fifa Nation war.

Daran konnte auch der für deutsche Verhältnisse fast schon enttäuschende zweite Platz von Tim „Schiewe“ Schiewe, bei der letzten Auflage der World Cyber Games 2013, nicht viel ändern.

Allerdings begann sich der eSport zu dieser Zeit, auch aufgrund der immer stärkeren Bestrebungen von EA und der Fifa in diesem Bereich, äußerst stark zu verändern. Und diese Veränderungen fanden nicht wie zuvor üblich auf dem PC statt, sondern immer mehr auf den Konsolen von Sony und Microsoft.

Der Fifa eSport im Wandel

Denn während die Fifa Twins im PC Bereich ihre größten Erfolge bei den World Cyber Games feiern konnten, rief die Fifa in Zusammenarbeit mit EA Sports im Jahre 2004 den Fifa Interactive World Cup ins Leben, für den sich die Spieler über die Konsolen von Sony und Microsoft seitdem jährlich qualifizieren können.

Auch die ESL reagierte mit der Zeit auf die Veränderungen im Bereich des Fifa eSports und stellte 2014 auch den Spielbetrieb der ESL Meisterschaft, die bereits in den Jahren zuvor lediglich im 1 gegen 1 ausgerichtet wurde, nun auf die PlayStation 4 von Sony um. Ende 2018 gab die ESL dann zudem bekannt, dass man zukünftig sogar vollständig auf die Ausrichtung einer Meisterschaft in Fifa verzichten werde, womit eine Ära zumindest vorübergehend, erst einmal ihr Ende gefunden hat.

Auf dem PC ist Fifa mit der Zeit dagegen zu weiten Teilen zu einer Randerscheinung verkommen, auch da man sich über diese Plattform gar nicht erst für die wichtigsten Turniere qualifizieren kann.

So stellen die wichtigsten Turniere für Fifa Spieler heute in der Regel die Ableger der nationalen Fußball-Ligen sowie der Fifa eWorld Cup, wie der FIWC seit 2018 heißt, dar. Dabei werden allerdings im Rahmen der Qualifikation zur offiziellen Weltmeisterschaft heute eine ganze Reihe von Offline-Turnieren ausgerichtet, bei denen sich die besten Spieler der Welt im direkten Vergleich gegenüber stehen.

Und diese stehen heute nicht selten sogar bei einem echten Fußballverein unter Vertrag, um diesen auf dem virtuellen Rasen zu repräsentieren.

Die ersten Fußballvereine steigen in den Fifa-eSport ein

Der Trend hin zu Fußballvereinen, die ihre eigenen Fifa-Spieler unter Vertrag nehmen, begann im Mai 2015, wie könnte es auch anders sein, ebenfalls in Deutschland. Damals nahm der VfL Wolfsburg als erster Verein hierzulande eigene Fifa Spieler unter Vertrag, einen Schritt den zuvor bislang noch kein anderer Verein gewagt hatte. Allerdings auch ein Modell, dem in der Folgenden Zeit noch etliche Klubs folgen sollten, von denen der FC Schalke 04, im Mai 2016,  zu den ersten gehörte.

Doch dieser Trend endete keineswegs hierzulande, sodass heute bereits ein Großteil der bekanntesten Fußballvereine eigene eSportler unter Vertrag hat, welche den Verein zumeist auf dem virtuellen Rasen vertreten.

Deutlich seltener kommt es dagegen vor, dass sich die Vereine neben Fifa auch in anderen eSports-Titeln engagieren, wie dies unter anderem der FC Schalke 04 in League of Legends tut und damit bislang zu den Ausnahmen gehört, nicht nur hierzulande.

Und noch etwas hat sich im Gegensatz zu früher verändert, nämlich der Spielmodus, in dem Fifa, seit dem Jahre 2017, bei den großen Turnieren gespielt wird. Denn während die Spieler früher noch mit ihren liebsten Vereins- oder Nationalmannschaften gegeneinander antraten, stellen sich diese im Fifa Ultimate Team Modus (kurz FUT) ihre Teams heute nach Lust und Laune zusammen. Dabei haben die Spieler Möglichkeit sämtliche in Fifa enthaltene Spieler-Karten zu nutzen, sowie zudem auch etliche Spezialkarten von diesen, welche im Laufe eines Fifa Jahres veröffentlicht werden.

Der FIFA-eSport heute

Einer der Gründe, weshalb sich noch viele Sportvereine gegen ein Engagement außerhalb von Fußballsimulationen wie Fifa sträuben ist auch der, dass der Deutsche Fußball Bund sich bislang lediglich zu dem „eFootball“ bekennt und diesen sogar von anderen eSports-Titeln abzugrenzen versucht, was jedoch keineswegs der Realität entspricht. Denn sowohl bei Fifa als auch bei League of Legends sowie Counterstrike handelt es sich um eSport.

Dennoch hat der Fifa eSport, besonders was die öffentliche Aufmerksamkeit betrifft, in den vergangenen Jahren auch äußerst stark von dem Einstieg der Verbände und Vereine aus dem echten Fußballsport profitiert. So werden heute viele der bedeutendsten Fifa Turniere in voller Länge im Internet übertragen, selbstverständlich inklusive eines Kommentators, wie auch beim echten Fußball. Und einige dieser Turniere können sich die Zuschauer sogar im Fernsehen, auf Sport1, eSport1 oder Pro7 Maxx anschauen.  Dies wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.

Ebenso wie die erste Saison der Virtuellen Bundesliga Club Championship, die erst kürzlich, im März 2019, beendet wurde und in der 22 Vertreter der ersten beiden Bundesligen den deutschen Meister ermittelt haben. Hier konnte sich das Team des SV Werder Bremen, mit den Spielern Mohammed „MoAuba“ Harkous, Michael „Megabit“ Bittner und Eleftherios „Leftinho“ Ilias, schlussendlich die Meisterschaft sichern.

Was zudem auch dazu führte, dass Mohammed „MoAuba“ Harkous und Michael „Megabit“ Bittner in den Kader der deutschen eNationalmannschaft des DFB berufen wurden und im Rahmen des ersten FIFA eNations Cups, im April 2019, erstmals offiziell für Deutschland an der Konsole an den Start gingen.

Leider blieb der Erfolg dem deutschen Team bei diesem Turnier jedoch verwehrt und man musste bereits nach der Vorrunde die Koffer packen, während sich Frankreich zum Sieger des ersten FIFA eNations Cups kürte.

Dafür krönte dann Mohammed “MoAuba” Harkous am 04.08.2019  die FIFA-Saison 2019 aus deutscher Sicht und schrieb mit seinem Erfolg beim Finale des Fifa eWorld Cup (kurz FeWC) zudem Geschichte. Denn dort setzte sich “MoAuba” gegen eine Reihe der stärksten Fifa-Spieler auf der Welt durch und gewann als erster deutscher Spieler die offizielle Weltmeisterschaft in Fifa, die von dem Weltfussballverband in Zusammenarbeit mit EA Sports in jedem Jahr ausgerichtet wird.

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