Fünf-Punkte-Plan für den eSport

Für den eSport könnte bald eine neue Ära anbrechen. Der eSport-Bund Deutschland e.V. legte den Ampelkoalitionären einen Fünf-Punkte-Plan vor. Der ESBD hofft den eSport-Standort Deutschland dadurch weiter ausbauen zu können. Im Amateur- und Profisektor soll so eine nachhaltige Sportförderung entstehen. Ein großes Thema beleibt die Gemeinnützigkeit für eSport-Vereine.

In den vergangenen Jahren rückte das Thema eSport immer mehr in den Fokus der Bundesregierung. Besonders durch die weitreichende Sportförderung großer Profi-Vereine, wie dem Schalke 04 oder dem 1.FC Köln, erlangte das Thema viel Aufmerksamkeit. 2018 schaffte es die Debatte um den eSport-Standort Deutschland in den Koalitionsvertrag der GroKo. Darin versprach die damalige Bundesregierung, den eSport als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anzuerkennen. Im Februar 2021 wurde jedoch klar, dass die Bundesregierungen hinter ihren Erwartungen zurückbleiben wird.

ESBD hofft auf einen neuen Koalitionsgeist

Anlässlich der Koalitionsgespräche zwischen SPD, FDP und Grüne hofft der Sportbund auf bessere Verhandlungsgrundlagen. Um positive Rahmenbedingen für den deutschen eSport zu schaffen, hat der ESBD einen Fünf-Punkte-Plan für die kommende Regierung aufgesetzt. Übergenordnetes Ziel soll es sein, Deutschland zu einem international angesehenen eSport-Standort zu entwickeln. Bereits Anfang des Jahres äußerte die Grünenabgeordnete, Monika Lazar, ihre Enttäuschung über die nicht eingehaltenen Versprechen der Bundesregierung bezüglich des eSports. Dabei sieht sie besonders eine Gemeinnützigkeit der eSport-Vereine als größtes Versäumnis. Diese soll nämlich eine langfristige Basis für die Entwicklung des Sportstandorts Deutschland werden.

Der Fünf-Punkte-Plan

Damit trifft sie ähnliche Töne, wie der ESBD sie nun ihm Oktober gewählt hat. Konkret sind in dem Maßnahmenpaket des Sportbundes folgende Punkte enthalten:

  1. Gemeinsame E-Sport-Strategie mit der Bundesregierung entwickeln
  2. E-Sport im Verein als gemeinnützig anerkennen
  3. Organisierte Strukturen und Forschung im E-Sport fördern
  4. Die Diskussion über den E-Sport versachlichen
  5. Mit E-Sport den kulturellen Austausch fördern

Das große Thema der Gemeinnützigkeit

Streitpunkt in der Vergangenheit ist die Rolle des eSport als eigene Sportart. Gerade eine Anerkennung vonseiten des Deutschen olympischen Sportbundes (DOSB) hätte riesige Folgen. Zusammen mit dem Gesetzgeber, wäre damit eine Gemeinnützigkeit der Sportvereine möglich.

Das hätte wiederum zur Folge, dass sich flächendeckend eSport-Vereine gründen könnten. Diese würden sich in ihrem Aufbau nicht von gängigen Sportvereinen unterscheiden. Gerade Steuererleichterungen würden die Gründung von Ehrenämtern und kleinen Vereinen begünstigen. Der eSport hätte damit die Möglichkeit zum Breitensport zu werden.

DOSB gibt dem eSport keine Chance

Gerade beim Thema Ethik gibt sieht der DOSB keine Chancen für den eSport. So seien laut Sportbund waffenbasierte Disziplinen, wie etwa CS:GO, auf Grund der Waffengewalt nicht mit den ethischen Richtlinien vereinbar. Eine Argumentation, die im Hinblick auf andere, akzeptierte Disziplinen nicht lange Stand hält. So sind Fechten, Boxen oder Karate trotz ihrer Gewalt- und Waffenanwendung problemlos Teil der olympischen Disziplinen.

Auch der viel rezitierte, geringe Körpereinsatz lässt sich schwer begründen. Disziplinen wie Schach, Schießen oder Bogenschießen zeichnen sich ebenfalls nicht durch viel Bewegung aus. Dennoch lassen sich dort sportliche Merkmale finden.

Ebenso verurteilt der ESBD-Präsident Hans Jagnow einen nur in Teilen akzeptierten eSport. Zuvor hatte der DOSB versucht, die Spiele in „Sportartensimulationen“ und „eGaming“ zu separieren. Laut Jagnow soll der gesamte Sport anerkannt werden.

Gibt die Ampelkoalition grünes Licht?

Das Potential der eSport- und Gaming-Industrie ist jedenfalls groß. Nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich bereichert der eSport bereits jetzt große Teile der Sportindustrie. Ob sich die kommende Bundesregierung mit dem Thema befassen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Jedoch haben alle Ampelkoalitionäre bereits ihre Anerkennung der Gemeinnützigkeit für den eSport formuliert.

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