“Fusion” – Eine Technik-Revolution in 30 Minuten

So etwas gab es noch nie. Das neue GT3-Lenkrad von BMW lässt sich direkt aus dem Rennwagen herausnehmen und auf ein SimRacing-Rig montieren. In der knapp 30-minütigen Dokumentation “Fusion: The Fanatec steering wheel fo the BMW M4 GT3”, stellt der Fahrzeughersteller den Rennsport auf den Kopf.

Die Skepsis zu Beginn war groß, als Thomas Jackermeier die Idee zu seinem Lenkrad-Hybriden vorstellte. Der CEO des Technikentwicklers Fanatec kommt jedoch mit seinem Impuls zu einem günstigen Zeitpunkt. Im Frühjahr 2019 entscheidet sich BMW einen neuen GT3-Boliden zu entwickeln. Jackermeiers Idee, Motorsport und SimRacing in der neuen Entwicklung zu vereinen, rennt offene Türen ein. Es kommt zur ersten Technik-Fusion der beiden Renndisziplinen.

“For the first time, innovations will […] come as a big surpirse to many in the motorsport business. A steering wheel that works in both: The real racing car and in the simulator.” – aus “Fusion: The Fanatec steering wheel for the BMW M4 GT3”

Simulationen sind langjähriger Bestandteil des Motorsports

Für die Entwicklung mechanischer Bauteile, sind Simulationen seit Jahrzehnten bereits unverzichtbar. Eigenschaften wie Haltbarkeit oder Gewicht, werden zunächst virtuell simuliert. Der Weg von der resultierenden Rennsimulationen zum eigentlichen SimRacing ist da nicht weit. Zeitgleich sucht BMW immer wieder Möglichkeiten, seine SimRacing-Teams mit immer besserem Equipment auszurüsten. Warum da nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Neuland für beide Seiten

Fanatec und BMW stehen bei diesem Projekt vor Neuland. Zuvor produzierte Fanatec ausschließlich Hardware für das SimRacing-Equipment. Für den echten Motorsport reicht die SimRacing-Technik jedoch nicht aus. Ein wichtiges Thema: Langlebigkeit. Die bisherigen SimRacing-Lenkräder halten den Bedingungen auf der Rennstrecke nicht aus. Gleichzeitig muss die hohe, elektronische Signalübertragung für den SimRacing-Alltag gewährleistet sein. Die Lösung beider Probleme bestand darin, das neue Lenkrad aus einem Stück zu gießen. Jedoch um gleichzeitig die Elektronik des SimRacings beizubehalten. Dabei muss das Equipment trotzdem mit und ohne Rennkleidung bedienbar sein. 

Realität und Simulation ergänzen sich

Schnell wird klar, dass sich Erfahrungen der Sim-Racer und Piloten gegenseitig ergänzen müssen. Beide Sportlertypen sind daher seit Beginn der Entwicklung mit eingebunden. So machen Erkenntnisse von der Strecke die Handhabung in der Simulation einfacher. Das Lenkrad durchläuft viele Veränderungen, was die Entwicklungszeit auf über ein Jahr streckt. Die Resonanz in der virtuellen iRacing-Community ist schlussendlich aber ebenso groß, wie bei den GT3-Piloten. Am Ende ist klar: Beide Sporttypen werden sich auch in Zukunft gegenseitig beeinflussen. BMW lässt am Schluss der Dokumentation sogar die Möglichkeit offen, dass dies nicht das letzte Hybrid-Projekt war.

 

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