Riot Games legt mit viel Geld Diskriminierungsfall bei

Riot Games hat am Montagabend erklärt, 100 Millionen US-Dollar zu zahlen. Damit soll eine Sammelklage wegen ungleicher Bezahlung, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und sexueller Belästigung beizulegen.

Die Klage wurde im November 2018 eingereicht, nachdem die Gaming-Website Kotaku eine Geschichte über die sexistische Kultur bei Riot Games in Los Angeles veröffentlicht hatte, darunter Frauen, die bei Beförderungen übergangen wurden, unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche und Männer, die Frauen über die Legitimität ihrer Videospielbegeisterung ausfragten. Andere ehemalige Angestellte machten später ähnliche Behauptungen.

Die kalifornische Behörde für “Fair Employment” erklärte, dass mit der Klage Verstöße gegen mehr als 1.000 weibliche Beschäftigte und 1.300 weibliche Vertragsbedienstete geahndet werden. Riot hat außerdem zugestimmt, die Bedingungen zu verbessern und einen gerechteren Arbeitsplatz für weibliche Angestellte und Bewerberinnen zu schaffen.

Verstöße gegen Lohngleichheit, geschlechtsspezifische Diskriminierung, sexuelle Belästigung und mehr

“Ich freue mich sehr, dass wir diesen ersten Schritt in Richtung Gerechtigkeit für die Frauen von Riot Games gemacht haben”, sagte der ehemalige Mitarbeiter und Kläger Jes Negron in einer Erklärung. “Ich hoffe, dieser Fall dient als Beispiel für andere Studios und als Inspiration für Frauen in der Branche im Allgemeinen. Frauen in der Spielebranche müssen nicht schweigend unter Ungleichheit und Einschüchterung leiden – Veränderung ist möglich.”

In der im November 2018 eingereichten Klage wurden Verstöße gegen die Lohngleichheit, geschlechtsspezifische Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen gegen weibliche Beschäftigte geltend gemacht. Im Dezember 2019 wurde ein 10 Millionen Dollar-Vergleich erzielt, aber zwei kalifornische Behörden – die Abteilungen für “Fair Employment” und Wohnungswesen und Labor Standards Enforcement – lehnten ihn ab, weil sie ihn für übereilt hielten.

Daraufhin wurde ein Rechtsbeistand eingestellt. Nach mehr als zwei Jahre wurde der Vergleich am Montag von Riot und den neuen Anwälten der Staatsanwaltschaft bekannt gegeben.

Riot hat sich bereit erklärt, einen externen Sachverständigen zu beauftragen, eine Analyse seiner Arbeitspraktiken vorzunehmen. Zudem sollen die Gehaltsabrechnungen transparent gemacht werden. Zusätzlich will Riot Games eine Bildung einer Barreserve in Höhe von 6 Millionen Dollar schaffen. Mit dieser Barreserver sollen in den nächsten drei Jahren Programme für Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration finanzieren werden.

In einer Erklärung sagte Riot, dass das Unternehmen “im Zentrum dessen stand, was zu einer Abrechnung in unserer Branche wurde” und dass es “nicht immer nach unseren Werten gelebt hat.”

“Während wir stolz darauf sind, wie weit wir seit 2018 gekommen sind, müssen wir auch Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen. Wir hoffen, dass diese Einigung diejenigen, die negative Erfahrungen mit Riot gemacht haben, angemessen anerkennt und unseren Wunsch zeigt, eine Führungsrolle zu übernehmen, indem wir zum Beispiel mehr Verantwortung und Gleichheit in die Spieleindustrie bringen.”

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